Der „Linzer Appell“ wurde vom gesamtösterreichischen Friedensplenum in Linz am 19. 12. 1982 verabschiedet und richtete sich gegen die Durchführung des NATO-Nachrüstungsbeschlusses. Der „Linzer Appell“ forderte die österreichische Regierung auf, sich gegen die Stationierung von US-amerikanischen Mittelstreckenraketen in Europa auszusprechen. Der genaue Wortlaut des Appells war: „Ich appelliere an die österreichische Bundesregierung, sich gegen die Stationierung von Pershing-II-Atomwaffen und Cruise Missiles in Europa auszusprechen und gemeinsam mit anderen Staaten konkrete und wirksame Maßnahmen zur Verhinderung der Stationierung als ersten Schritt für ein atomwaffenfreies Europa zu treffen.“ Für Konfliktpotential innerhalb der Friedensbewegung sorgte der Linzer Appell, weil er sich nur gegen die US-amerikanischen Raketen richtete. Die sowjetischen Raketen, deren Aufstellung der Anlass für den Nachrüstungs-Beschluss der NATO galten, wurden im Linzer Appell nicht erwähnt.
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