Sozialistenprozess
Unter der austrofaschistischen Diktatur kam es in Folge des Bürgerkrieges 1934 zu Beginn des Jahres 1935 zu einer umfassenden Verhaftungswelle gegen SozialdemokratInnen und Revolutionäre SozialistInnen. Dabei wurden unter anderem Maria Emhart, Bruno Kreisky, Franz Jonas und Otto Binder festgenommen. Am 16. März 1936 begann die Hauptverhandlung vor dem Schwurgericht im Wiener Landesgericht für Strafsachen. Ursprünglich war mehreren Angeklagten bei diesem Schauprozess die Todesstrafe angedroht worden, eine Maßnahme, die nach internationalen Interventionen (unter anderem durch den britischen Thronfolger) zurückgenommen wurde.
Bruno Kreiskys Verteidigungsrede, in einem Flugblatt der Revolutionären Sozialisten abgedruckt und veröffentlicht, wurde von der internationalen Presse rezipiert. Kreisky wurde am 24. März 1936 wegen Hochverrats zu einem Jahr Kerker verurteilt, nachdem er bereits ein Jahr in Untersuchungshaft und vier Monate in Polizeihaft verbracht hatte. Am 3. Juni wurde er entlassen, allerdings von der Universität relegiert.
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