Der Frauentag bezieht sich auf mehrere Ereignisse bzw. Legenden. Als bekanntester Anlass galt der Streik von New Yorker Textilarbeiterinnen am 8. März 1857. Sie hatten mit der Forderung nach einer Verbesserung ihrer Arbeitsbedingungen die Arbeit nieder gelegt. Um den Aufruhr zu isolieren, hatte die Firmenleitung die streikenden Frauen in der Fabrik eingeschlossen. Ein aus ungeklärten Gründen ausgebrochenes Feuer hatte Dutzende Todesopfer unter den Eingesperrten gefordert. Die historische Authentizität dieses Ereignisses in Zusammenhang mit dem Frauentag gilt allerdings nicht als gesichert. 1909 hielten amerikanische Sozialistinnen erstmals einen nationalen Frauenkampftag ab. Eine weitere Gründungslinie wird auf die deutsche Sozialistin Clara Zetkin (1857-1933) zurückgeführt. Sie hatte 1910 auf der Zweiten Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz in Kopenhagen die Etablierung eines Frauentages – noch ohne fest gelegtes Datum – initiiert. 1911 wurde zum 40. Jahrestag der Pariser Kommune am 18. März ein Frauentag begangen. Auch in Wien wurde zu diesem Datum der "Tag der Frau" gefeiert. 1921 erklärte Lenin den St. Petersburger Frauenaufstand vom 8. März 1917, der als Auslöser für die Februarrevolution gilt, zum Internationalen Frauentag. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts wird der Frauentag begangen, in Österreich erstmals 1911. Nach einer Unterbrechung zwischen 1933 und 1945 wurden in Österreich ab 1946 wieder Feiern anlässlich des Frauentages abgehalten.
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