Die Rechte der slowenischen Minderheit in Kärnten und in der Steiermark sowie der kroatische Minderheit im Burgenland waren bei den Verhandlungen mit den Signatarstaaten des Staatsvertrages von Bedeutung und wurden deshalb in Art. 7 des Staatsvertrages festgeschrieben. Nach Wegfall des außenpolitischen Druckes mit Abschluss des Staatsvertrages stellte die österreichische Regierung ihre Bemühungen für die Minderheiten zurück. Besonders betroffen waren die SlowenInnen in Kärnten. Ihre Sprache wurde mit dem Minderheitensprachen- und dem Gerichtssprachengesetz 1959 auf wenige Gebiete und praktisch nur auf den privaten Bereich beschränkt. Deutschnationale Gruppierungen wie etwa der Kärntner Heimatdienst verweigerten sich kategorisch der deutsch-slowenischen Zweisprachigkeit. Als die SPÖ-Regierung versuchte, die im Staatsvertrag vorgesehenen zweisprachigen Ortstafeln (ähnlich der Regelung in Südtirol) durchzusetzen, wurden beim so genannten "Ortstafelsturm" die in 205 Kärntner Gemeinden aufgestellten Ortstafeln in illegalen Aktionen demontiert. Als Folge dieser Auseinandersetzung bestimmte ab 1977 das als Dreiparteieneinigung von SPÖ, ÖVP und FPÖ beschlossene Volksgruppengesetz die Rechtsgrundlage der Minderheiten in Österreich. Die Minderheitenfrage tauchte seither immer wieder in der innenpolitischen Diskussion auf, zuletzt beim Verfassungsgerichtshofurteil über die zweisprachigen Ortstafeln im Jahre 2001. Im Vergleich zur Situation in Kärnten war Kroatisch als Alltagssprache im Burgenland weitgehend akzeptiert. Roma und Sinti blieb bis 1993 die Anerkennung als Minderheit versagt.
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