Otto Glöckel (1874-1935) war bereits 1907 Abgeordneter zum
Reichsrat, später Mitglied der Nationalversammlung und Abgeordneter zum
Nationalrat. 1922-34 wirkte er als zweiter Präsident des Wiener Stadtschulrats.
Glöckel war die zentrale Person der umfassenden Bildungsreform der Ersten
Republik. Seine Ziele waren der gleichberechtigte Zugang zu Bildung, unabhängig
von der sozialen Herkunft und frei von kirchlichem Einfluss. Die Lehrerforbildung
wurde verbessert (Gründung des pädagogischen Instituts), Lehrpläne
und Schulbücher wurden neu gestaltet und Sonderschulen gegründet.
Der Versuch, das Prinzip der Gesamtschule durchzusetzen, endete mit einem Kompromiss;
aus der "Allgemeinen Mittelschule" für alle 10- bis 14-Jährige
entstand ab 1927 die vierklassige Hauptschule.