Franz Olah, Jahrgang 1910, gelernter Klaviermacher. Gewerkschaftsmitglied
seit 1924. Nach den Februarkämpfen 1934 zu 15 Monaten Haft verurteilt,
1938 mit dem so genannten Prominententransport nach Dachau deportiert. Steile
Politkarriere nach 1945. 1949 saß er sowohl in der Parteivertretung als
auch im ÖGB-Vorstand, außerdem war er Vorsitzender der einflussreichen
Bau-/Holzgewerkschaft. In dieser Funktion spielte er eine Schlüsselrolle
im Oktoberstreik von 1950. 1959-63 ÖGB-Präsident, 1963-64 Innenminister.
Nach einer Affäre in Verbindung mit der Finanzierung der FPÖ und
der "Kronenzeitung" 1964 aus der SPÖ ausgeschlossen, trat Olah
als "wilder Abgeordneter" mit der Demokratischen Fortschrittlichen
Partei (DFP) zu den NR-Wahlen 1966 an, verpasste aber den Einzug ins Parlament.
1969 wurde er wegen Veruntreuung von Gewerkschaftsgeldern zu einer einjährigen
Haftstrafe verurteilt.