Konzept und Ziel

Das Internetportal "erinnerungsort wien"öffnet die etwa 2.000 Archivkartons umfassenden Bestände der Stiftung Bruno Kreisky Archiv der Öffentlichkeit. Die Archivalien sind zum einen schriftliche Quellen, welche die Tätigkeit des Diplomaten und Politikers Bruno Kreisky über mehrere Jahrzehnte hinweg dokumentieren. Zum anderen verwaltet das Archiv eine umfangreiche Sammlung von Fotografien sowie von etwa 1.600 SPÖ-Plakaten und Wandzeitungen, die bis in das Jahr 1945 zurückreicht. Zu den Beständen zählen weiters die Deposita einer Reihe bekannter Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten sowie das Johanna Dohnal Archiv. Neben zentralen Dokumenten wird auf dem Internetportal "erinnerungsort wien" bislang weitgehend unbekanntes Archivmaterial aus diesen verschiedenen Beständen präsentiert.
Entlang der historischen Quellen werden in komprimierten Übersichtstexten Aspekte der österreichischen Zeitgeschichte nachgezeichnet. Auf diese Weise vereinigt das Internetportal anschauliches Bildmaterial mit erläuternden Texten zu wichtigen Themen der Zweiten Republik. Der zeitliche Fokus liegt dabei auf den Jahren zwischen 1945 und 1955, im Zentrum der Konzeption steht die Stadt Wien.
Durch die angeschlossene Bibliographie und die Linksammlung sowie durch die Wiedergabe bedeutender Schriftstücke wie der Moskauer Deklaration von 1943 oder dem Staatsvertrag von 1955 im Wortlaut werden die Texte und Quellenbeispiele benutzerInnenfreundlich ergänzt.

Einstieg

Als Einstieg in das Thema "erinnerungsort wien" dient eine vereinfachte Karte der Stadt Wien. Darauf sind eine Reihe von "Erinnerungsorten" markiert, die mit Personen, Handlungen, Ereignissen oder "Mythen" der Zweiten Republik verknüpft sind – und nicht mit 1955 enden.
Diffizile historische Prozesse werden im kollektiven Gedächtnis oft zu einem einzelnen Ereignis zusammengefasst, dieses wird meist in Zusammenhang mit einem bestimmten Ort erinnert. Die Orte der kollektiven Erinnerung werden auf dem Webportal gestalterisch durch ihre Straßenadresse örtlich unmittelbar zugänglich gemacht. Die historischen Ereignisse sollen damit konkret lokalisierbar und auch greifbar werden. Die jeweiligen "Erinnerungsorte" dienen als Einstieg in die einzelnen Themenschwerpunkte.

Die Themenmodule "Konfliktzonen" und "Kommunikationsräume" werden bis Oktober 2005 ergänzt.

Drucken    Schließen